Erfolgsrezept: Make-or-buy Entscheidungen

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Erfolgsrezept: Make-or-buy Entscheidungen

Erfolgsrezept: Make-or-buy Entscheidungen

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Es war eine turbulente Woche und dadurch konnten nicht alle Arbeiten erledigt werden. Der Küchenchef schimpft, die Crew kommt ins Schleudern, da in letzter Minute noch dieses und jenes vorbereitet werden muss. Im Team brodelt es, das Chaos ist perfekt. Nun fragst du dich, ob diese stressige Situation vermeidbar gewesen wäre… Im Alltag stellt sich die Herausforderung eine ausreichende Produktvielfalt in gleichbleibender Qualität anbieten zu können und dabei stets die Herstellungskosten im Blick zu halten. Lohnt es sich beispielsweise für eine Eisdiele nicht nur das Eis, sondern auch die Eiswaffeln selbst herstellen? Im Erfolgsrezept stellen wir die wichtigsten Auswahlkriterien für die Make-or-buy Entscheidungsfindung vor.

Kaufen oder Nichtkaufen, das ist hier die Frage

Manche Produkte sollten selbst hergestellt werden = make und für andere Produkte ist die Fremdvergabe = buy günstiger . Bei der Entscheidung spielen verfügbare Ressourcen, Aufwand und Ertrag eine Rolle.

Make

Grundvoraussetzung für make ist, dass die notwendigen Kenntnisse und Ressourcen im eigenen Unternehmen vorhanden sind. Argumente für die eigene Herstellung:

  • das Produkt betrifft das Kerngeschäft z.B. Spezialität des Hauses
  • das eigene Know How in diesem Bereich sichert einen klaren Wettbewerbsvorteil
  • es ist kein zuverlässiger Lieferant verfügbar

Die eigene Herstellung hat den Vorteil der vollen Kontrolle und weniger Abhängigkeiten von Lieferanten. Dafür sind jedoch ausreichend Personal und Maschinen notwendig und müssen optimal eingesetzt werden. Die eigene Arbeitszeit, die sonst gerne außer Acht gelassen wird, sollte unbedingt berücksichtigt und in die Entscheidung einbezogen werden. Es ist wichtig zu betrachten, welche Bedeutung das Erzeugnis für dein Unternehmen hat und was die Herstellung kostet.

Zeit ist immer ein knappes Gut und sollte klug investiert werden. Sollte in der vorhandenen Zeit alles selbst hergestellt werden oder ist es sinnvoller auch einen  Zeitanteil in die neue Kreationen oder Vermarktungsideen zu stecken? Die vorhandene Zeit sollte optimalerweise für für Tätigkeiten genutzt werden die den Betrieb voran bringen.

Buy

Sinnvoll ist der Einkauf von Zusatzprodukten die sich in der eigenen Herstellung nicht lohnen, aber eine sinnvolle Ergänzung der eigenen Produktpalette darstellen. Es können Auslastungsspitzen oder Personalausfall kurzfristig gedeckt werden. Kriterien für den Zukauf:

  • die Qualität ist selbst nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem zeitlichen Einsatz machbar Stichwort: eigene Arbeitszeit
  • es sind nicht genügende Kenntnisse für make vorhanden, das Knowhow externer Spezialisten bringt Vorteile
  • in der Eigenfertigung kann das Produkt nicht kostendeckend produziert werden

Produkte die nur eine untergeordnete Bedeutung für den Gesamtunternehmenserfolg haben, eignen sich hervorragend für buy. So kann über den Mitverkauf zusätzlich der Absatz der eigenen Waren angekurbelt werden. Beim Zukauf wird von einer gleichbleibenden Qualität und erfolgserprobten Prozessen profitiert.

Convenience Produkte haben zeitweise einen schlechten Ruf, da sie mit hoch verarbeiteter Industrieware in Verbindung gebracht werden. Es sind jedoch auch viele hochwertige Produkte auf dem Markt vertreten. Beim Einkauf ist es wichtig auf die Herkunft und gute Qualität zu achten.

Make-or-buy – wie entscheiden?

Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, sollte zusätzlich zu den qualitativen Kriterien auch die quantitativen Faktoren betrachtet werden.

Der Gelatiere aus unserem Beispiel konzentriert sich darauf das allerbeste Eis zu machen. Ständig tüftelt er an neuen Kreationen und Ideen. Nur mit guten Zutaten und ausgefallenen Eiskreationen wird er sich von der Konkurrenz abheben. Ob er die Eiswaffeln dann auch noch selbst backen sollte, muss geprüft werden.

Bei Eigenfertigung werden Personal und Eiswaffelautomaten benötigt. Möglicherweise müssten Leerlaufzeiten der Maschinen eingerechnet werden. Beim Waffeleinkauf entstünde kein Mehraufwand an Personal und Equipment. Einmal beschafft, könnten die Waffeln auf Lager gelegt werden und bedarfsgerecht entnommen werden. Durch die Lagerung kann flexibel auf Kundenwünsche oder Nachfrageschwankungen reagiert werden und es entstehen weniger Reste. Dadurch ergibt sich eine Planungssicherheit, da das vorgefertigte Produkt ja bereits einsatzbereit ist. Grundsätzlich ist wichtig zu beachten, wie schnell verderblich die Ware ist. Waffeln sind lange haltbar aber auch andere Produkte die tiefgekühlt sind oder sehr lange kühl gehalten und somit haltbar bleiben eignen sich hervorragend für den Zukauf.

In einem Dänemarkurlaub habe ich eine Eisdiele gesehen, die im Schaufenster frische Eiswaffeln backte. Diese kleine Attraktion lockte viele Menschen in das Geschäft. Touristen schauen sich das gerne an, kommen in den Laden und so entsteht durch ein verbessertes Umsatzpotenzial. Ist der Mehrwert durch Eigenfertigung nicht eindeutig gegeben, sollte eine Kosten-Nutzen-Analyse entscheiden.

Fazit

Die Entscheidungsgrundlage ergibt sich, wenn die Vor-und Nachteile betrachtet und die Kosten verglichen werden. Eine smarte Strategie ist es, sich auf die eigenen Kernkompetenzen zu konzentrieren und weitere Produkte in der gewünschten Qualität einzukaufen.

Ein Beispiel: Als Café-Besitzer liegt mein Fokus auf dem guten, frisch gemahlenen Kaffee und einer einladenden Atmosphäre. Wenn ich dann noch WLAN und einen super leckeren Cookie zum Heißgetränk anbiete, kommen meine Kunden wegen diesen extra Goodies in mein Geschäft und ich habe einen klaren Wettbewerbsvorteil. Ich muss den Keks nicht unbedingt selbst herstellen, wenn ich einen Hersteller finde, der mir meine Cookies in der gewünschten Qualität zubereiten kann.

Wie triffst du Make-or-buy Entscheidungen?

Süße Grüße

 

 

 

Alle erwähnten Links:

By | 2018-03-16T14:17:13+00:00 29. Februar 2016|Foodie Ideen, Infos, Tipps|0 Comments

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